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Historische Entwicklung

des Tourismus im Ortenaukreis

Tourismus hat in unserer Region eine lange Tradition. Schon zu Beginn des 16. Jahrhunderts verreisen junge Adlige sowie Gelehrte, um sich auf der Reise weiterbilden zu können.

Die im Jahr 1760 in Betrieb genommene Postkutschenlinie ermöglicht zum ersten Mal das Reisen durch das Höllental über Titisee durch den Schwarzwald. Mit der Eröffnung der Schwarzwaldbahn von Offenburg über Hornberg und St. Georgen nach Singen im Jahr 1873 sowie der Höllentalbahn im Jahr 1887, wird der Schwarzwald auch bahntechnisch erschlossen; somit erfolgte die touristische Entwicklung im Schwarzwald Hand in Hand mit der verkehrstechnischen Erschließung.

Seit Mitte des 19. Jahrhunderts

gibt es, neben den Bildungsreisen, auch Vergnügungsreisen, jedoch sind diese nur dem Adel, hochrangigen Beamten und dem Großbürgertum vorbehalten. Durch die Entwicklung der Badekultur, deren Ursprünge in der Antike liegen, entstehen in der Neuzeit auch Kurorte mit Thermalquellen sowie Seebädern. Öffentliche Badehäuser dienen in erster Linie der Reinigung, der Förderung der Gesundheit sowie dem Wohlbefinden und nehmen zudem eine wichtige soziale Funktion ein. Mehrwöchige Aufenthalte in Kurorten, wie z.B. Bad Peterstal-Griesbach, gehören fest in den Jahresablauf dieser Reisenden.

Die Romantik hat schon zu Beginn des 19. Jahrhunderts die Hinwendung zur Natur und die Rückbesinnung auf ein einfaches Leben propagiert. Städter, die es sich leisten können, das aufstrebende Bürgertum sowie erfolgreiche Unternehmer suchen Erholung in sauberer Luft und bergigen Landschaften: die „Sommerfrische“ kommt in Mode. Oft ziehen sie mit der ganzen Familie für mehrere Wochen in einfache Unterkünfte auf luftigen Höhen, wo ab etwa 1850 die ersten Gasthäuser für Sommerfrischler entstehen.

Etwa ab 1880 werden die meisten Höhengasthäuser sogar erweitert und ausgebaut; zunehmend entwickeln sich Hotels und Pensionen auch in Tallagen. Zur weiteren besseren Positionierung des Schwarzwaldes wird 1864 in Freiburg der „Badische Schwarzwaldverein“ gegründet, der erste Wanderkarten, Pflanzenführer, Reisebeschreibungen und Erzählungen herausbringt.
So nutzen auch viele berühmte Persönlichkeiten, wie z.B. Ernest Hemingway (1899-1961) und Mark Twain (1835-1910), den Schwarzwald zur weiteren Inspiration und zur Erholung.

Ende des 19. Jahrhunderts

hält auch der Wintertourismus im Schwarzwald Einzug: die ersten Skiclubs- und vereine werden gegründet und die ersten Skier in Serie gefertigt.

Mit Erfindung des Automobils wird der Schwarzwald weiter erschlossen, so dass eine Renaissance des Straßenbaus im Schwarzwald beginnt und Omnibuslinien eingerichtet werden. Bedingt durch organisierte Massenreisen der Nationalsozialistischen Gemeinschaft „Kraft durch Freude“ (KdF), gehört der Schwarzwald auch zu den beliebtesten KdFReisezielen. So steigen die Gästeanzahlen im Schwarzwald zwischen 1934 und 1939 stark an.

Nach einer Rezession in der Zeit des 2. Weltkrieges, verzeichnet der Schwarzwald in den 1950er Jahren erneut einen Besucheranstieg. Mit steigenden Löhnen und sinkenden Arbeitszeiten wachsen die Möglichkeiten der Freizeitgestaltung und die „Wirtschaftswunderjahre“ lassen die Reise- und Entdeckungsfreude in die Höhe schnellen. Pauschalgruppenreisende werden anspruchsvoller und bevorzugen „Zimmer mit fließend Kalt-Warmwasser“. Gleichzeitig nehmen Individualreisen mit eigenem PKW zu, so dass zahlreiche Straßen neu asphaltiert werden. Mit dem zunehmenden Individualverkehr entsteht auch ein wachsender Campingtourismus mit Wohnwagen oder Zelt, wodurch zahlreiche Campingplätze neu entstehen.

Die 1980er Jahre bescheren dem Schwarzwald einen ungebrochenen Übernachtungszuwachs. Durch die „Schwarzwaldklinik“ wird der Schwarzwald als Urlaubsdestination noch bekannter und beliebter. Parallel entwickeln sich die Klinikübernachtungen zu dem stärksten Beherbergungsbereich überhaupt.

In den späten 1990er Jahren

geht die Anzahl der Übernachtungen, insbesondere bedingt durch die Gesundheitsstrukturreform, jedoch drastisch zurück; verstärkte Marketingaktivitäten sowie Vernetzung und Kooperationen sollen dem Trend entgegen wirken. Des Weiteren werden grenzüberschreitende Interreg-Aktivitäten forciert sowie erste Schritte von den Tourismusverbänden unternommen, einen Gesamtverband Schwarzwald zu gründen. Heute wird dieser Gesamtverband Schwarzwald von der Schwarzwald-Tourismus GmbH repräsentiert mit dem Ziel, den Schwarzwald sowohl national als auch international
zu vermarkten.